RENATO BORGHETTI QUARTET (Brasilien)
Renato Borghetti (Akkordeon)
Daniel Sá (Gitarre)
Hilton Vaccari (Gitarre)
Pedro Figueiredo (Saxophon/Flöte)
"Sein Spiel ist kompromisslos in seiner Loyalität zur folkloristischen Vergangenheit, jedoch von abenteuerlicher Offenheit für neue Ideen."
William Hogeland
Mit brasilianischer Musik assoziiert der Hörer, die Hörerin Bossa,
Samba, Musik jedenfalls von jazzig-lyrischer Laszivität oder
afrikanischer Perkussivität.
Für Renato Borghetti indes kommt von einem anderen ethnomusikalischen Planeten: dem südbrasilianischem Rio Grande de Sul, der Heimat der Gauchos, der südamerikanischen Cowboys, die musikalisch mehr mit dem benachbarten Argentinien teilt und unverwechselbare Formen wie den Chamamé, den Chacarera oder den Milonga hervorgebracht hat. Renato Borghetti ist eines jener weltmusikalischen Unikate, die lokale
Traditionen mit der Muttermilch aufgesogen, individuell weiterentwickelt
und mit weiteren Formen (wie Tango, Samba und Jazz) durchsetzt haben.
Platten nimmt er seit Anfang der 80er-Jahre auf, sein
zweites Album war die erste Instrumentalmusikplatte Brasiliens, die je
Gold gewann. Renato Borghettis frontale, von Souveränität und Spielwitz geprägte Darbietung erinnert etwas an das Feeling des Cajun und Zydeco Louisianas, - und wie dort verbindet sich auch hier Europäisches mit Afrikanischem, konkret: spanisch-italienische Melodik mit afroamerikanischer Rhythmik.
Trotz aller Experimente bleibt
Borghetti durch und durch Gaucho, wie er durch sein Bühnenstyling stolz betont, mit langem Haar, Schlapphut, weiten Hosen und Stiefeln. Wiener Fans brasilianischer Musik hatten bereits Sommer 2000 das Vergnügen, seine lässige Bühnenshow im WUK zu erleben. Renato Borghetti gastierte übrigens auch auf der letzten CD (Raízes) eines anderen brasilianischen "Gauchos", des Wahlwieners Allegre Corrêa.