LUIS DI MATTEO
(Uruguay)
"Ich mag die musikalischen Formalismen und Regeln nicht, denen man sich als Musikstudent unterwerfen muss; viel lieber komponiere ich frei. Nur so entsteht eine menschliche Ausdrucksweise, andernfalls entsteht ein Werk für Wissenschaftler."
Luis Di Matteo
Luis Di Matteo ist eine der wichtigsten Vaterfiguren des Tango Nuevo. Mit Astor Piazzolla verband den 1934 in Montevideo, Uruguay, geborenen Komponisten und Bandoneonvirtuosen eine jahrzehntelange Freundschaft.
Mehr noch als dieser wagte er sich mit seinen unzähligen Orchesterwerken in die E-Musik vor, griff dabei aber in unorthodoxer Manier immer wieder auf die ethnischen Wurzeln des Tango zurück - wie den Milonga oder aber den Candombe der uruguayanischen Afroamerikaner, die südlichste "schwarze" Musikform Lateinamerikas.
So flicht er auf seine Weise auch interessante Einflüsse von nördlich des Río de la Plata in die gar nicht so einförmige und gar nicht so argentinische Welt des Tango ein (wie auch sein brasilianischer Kollege Renato Borghetti; am 21. März im Metropol!).
Im Zeitalter der tausenden Piazzolla-Epigonen ist es ein erfrischendes Erlebnis, Tango Nuevo einmal anders zu hören, noch dazu von einem seiner letzten lebenden Pioniere und jugendlichsten Interpreten.