Im Vorprogramm zur polnischen Klezmer-Institution Kroke wird die Humi Accordion Band, ein 18-köpfiges Jugendorchester im Alter von 13 bis 16 Jahren, ein etwa halbstündiges Gastspiel geben. Dirigent und Arrangeur ist Prof. Andrzej Humski, der das Ensemble 1986 an der Oskar-Kolberg-Musikschule in Radom gründete. Die Mädchen und Burschen verfügen über ein reichhaltiges Programm, von Johann Strauß bis zu Astor Piazzolla und Duke Ellington.
Steven Spielberg war nicht der erste Amerikaner, der dem Kroke-Sound erlag, als er während der Dreharbeiten zu Schindlers Liste" in Krakau auf das Trio aufmerksam wurde. In der New Yorker Klezmer-Szene galten Kroke längst als Geheimtipp. Die vier Musiker benannten sich nach der jiddischen Bezeichnung ihrer Heimatstadt - und lösten zu Beginn der 90er Jahre in der Welt des Klezmer eine kleine Sensation aus. Kroke sind so etwas wie die Speerspitze eines genuin osteuropäischen Klezmer-Revivals. Mit ihnen kehrte die Tradition von Brooklyn nach Osteuropa zurück. Dabei kommen Kroke ohne die obligatorischen Bläser aus, machen dies aber durch dichtes Zusammenspiel und phantasievolle Arrangements wett, die unüberhörbar ihr Wissen in Klassik und Jazz widerspiegeln. Ihren Weg zum Klezmer fanden die vier Absolventen der Krakauer Musikakademie zunächst über die Musik der südosteuropäischen Juden und Roma. Später reicherten sie ihr Repertoire auch mit Zitaten der 3500 Jahre alten Liturgie des Propheten Samuel und der Korahitischen Psalmisten sowie chassidischen und sephardischen Traditionen an. Kroke sind nicht bloß Wiedererfinder einer ausgerotteten Tradition, dafür bürgt etwa der unmittelbare Einfluss, den Jerzy Bawols Großvater, ein gefeierter Klezmerakkordeonist, auf ihn ausübte.